You are here

Corona, die Folgen und mögliche Fördermittel für Planerbüros

Gerade Selbstständige sind von der Corona-Pandemie getroffen. Abgesagte Messen, Veranstaltungen und Kongresse führen bei Kreativ-Akteuren zu Arbeitsausfällen und Liquiditätsengpässen. Auch die Baubranche ist davon betroffen: Neben Liquiditätsschwierigkeiten auf Auftraggeberseite können auch Auftragnehmer in Schwierigkeiten kommen. Mangelnde Materiallieferungen und ausfallende Arbeitskräfte aufgrund von Quarantänemaßnahmen führen zu Schwierigkeiten. Denkbar ist auch, dass Baustellen bald nicht mehr erreichbar sind. Welche Maßnahmen und Fördermöglichkeiten der Baubranche nun zur Verfügung stehen, stellen wir hier vor.
Veröffentlicht am 18.03.2020

Büro in Quarantäne und nun?

Selbstständige, deren Betrieb oder Praxis während einer angeordneten Quarantäne ruht, können nach § 56 Infektionsschutzgesetz bei der zuständigen Behörde einen "Ersatz der in dieser Zeit weiterlaufenden nicht gedeckten Betriebsausgaben in angemessenem Umfang" beantragen.

Nach dem Infektionsschutzgesetz erhalten auch Selbstständige und Freiberufler den Verdienstausfall ersetzt. Grundlage der Berechnung der Entschädigung ist der letzte vorliegende Einkommensteuerbescheid. Bei einer Existenzgefährdung können Mehraufwendungen beantragt werden. 

Sie haben einen Krankheitsfall im Büro und sind sich unsicher, was Sie tun sollen?

Das Bundesgesundheitsministerium hat eine Hotline zum Coronavirus eingeführt:
Infotelefon des Bundesgesundheitsministeriums zum Coronavirus
(Quarantänemaßnahmen, Umgang mit Verdachtsfällen, etc.): 
Telefon: 030 34646 5100
Montag – Donnerstag
8:00 bis 18:00 Uhr
Freitag
8:00 bis 12:00 Uhr

Quelle: https://www.byak.de/data/pdfs/News/News2020/coronavirus-rechtliche-hinwe...

Gibt es für Unternehmen Erleichterungen im Hinblick auf Steuerzahlungen?

Derzeit stimmt das Bundesfinanzministerium noch Liquiditätshilfen mit den Bundesländern ab. Folgende Maßnahmen sind geplant: 
        

  • Fällige Steuern sollen zinsfrei gestundet werden, wenn die Umsätze aufgrund der Corona-Krise eingebrochen sind. Das geht durch Anweisungen an die Finanzverwaltung, die für die meisten Steuern bei den Ländern liegt. Es soll dafür ein erleichtertes Verfahren geben. 
  • Steuervorauszahlungen können leichter angepasst werden. Zumindest bei der Einkommen- und Körperschaftsteuer, ob dies auch für die Umsatzsteuer und Gewerbesteuer gelten soll ist noch unklar. Unternehmen können schon jetzt beantragen, dass ihre Vorauszahlungen auf die Einkommen-, Körperschaft- und Gewerbesteuer herabgesetzt werden. Die IHK München hat dazu einen Musterantrag entwickelt, den Sie hier herunterladen können.       
  • Vollstreckungsmaßnahmen wie etwa Kontopfändungen werden bis zum 31. Dezember ausgesetzt. Vorausgesetzt der Steuerschuldner ist von den Auswirkungen des Corona Virus betroffen.  

Quelle: https://www.dihk.de/de/aktuelles-und-presse/coronavirus/faq-19594

 

Liquiditätshilfen

Neben den Bundesländern hat auch der Bund zahlreiche Maßnahmen beschlossen, um die Wirtschaft zu unterstützen. 

Um Unternehmen und Freiberufler mit der notwendigen Liquidität zu versorgen, wenn sie aufgrund der Auswirkungen des Corona-Virus in Liquiditätsschwierigkeiten geraten, gibt es bestehende Kreditinstrumente bei der KfW. Dazu gehören Betriebsmittelkredite und auch das Bürgschaftsprogramm. Diese Mittel stehen aktuell zur Verfügung und können – je nach Bedarf – hochgefahren werden.

Quelle: https://www.kultur-kreativ-wirtschaft.de/KUK/Redaktion/DE/Meldungen/2020...

Sonderkredite der KfW

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau hat eine Sonderseite hinsichtlich der finanziellen Unterstützung von Unternehmen während der Corona-Krise verfasst. Aufgabe der KfW ist es, Unternehmen kurzfristig die Liquidität zu erleichtern. Dazu kommen Kredite zum Einsatz, mit verbesserten Zugangsbedingungen und Konditionen.

Unternehmen, die weniger als 5 Jahre auf dem Markt sind, haben die Möglichkeit den ERP-Gründerkredit zu beantragen. Der KfW-Unternehmerkredit steht Unternehmen, die länger als 5 Jahre am Markt sind , zur Verfügung. 

Alles weitere hier!

Baden-Württemberg 

Das Bundesland Baden Württemberg hat ein eigenes Soforthilfe-Programm gestartet. Es richtet sich an Gewerbebetriebe, Sozialunternehmen, Soloselbstständige und Angehörige der Freien Berufe. Soloselbständige und Kleinstunternehmen müssen mit ihrer Tätigkeit das Haupteinkommen oder ein Drittel des Nettoeinkommens eines Haushalts bestreiten. Zentrale Anlaufstelle ist die IHK. Dort könenn Sie auch den Antrag herunterladen: https://www.bw-soforthilfe.de/Soforthilfe/einreichen

Bayern

Der Freistaat stellt zum Schutz der bayerischen Wirtschaft vor den Folgen der Corona-Krise bis zu zehn Milliarden Euro Sondervermögen bereit. Diese gelten auch für die Kultur- und Kreativschaffenden – zu denen auch die Planerschaft gehört. 

Die Bayerische Staatsregierung hat im Rahmen ihrer Kabinettssitzung vom 17. März 2020 beschlossen, schnell und unbürokratisch Hilfe für kleine Betriebe (bis zu 250 MitarbeiterIinnen) aus stark betroffenen Branchen zu leisten. Die Soforthilfe wird nach Betriebsgröße gestaffelt und beträgt bis zu 30.000 Euro. Adressiert sind ausdrücklich auch die Akteure der Kultur- und Kreativwirtschaft. Die Antragsformulare zu „Soforthilfe Corona“ sind jetzt online. Jetzt schnell sein und Soforthilfe beantragen!

Die LfA Förderbank Bayern bietet finanzielle Überbrückungshilfen . Zur Bereitstellung zusätzlicher Liquidität stehen Ihnen Darlehensprodukte der LfA Förderbank zur Verfügung. Informationen für Unternehmen finden Sie hier.

Berlin

Ab Donnerstag können von der Coronakrise betroffene Unternehmen in Berlin Liquiditätshilfen des Senats beantragen. Das Soforthilfe-Programm gilt auch für kleine und mittlere Unternehmen mit bis zu 250 Beschäftigen – worunter auch Restaurants und Clubs fallen. Für die Anträge ist die Berliner Investitionsbank (IBB) zuständig. Bisher dürfen nur sehr stark betroffene Branchen wie z.B. der Einzelhandel, Gastronomie oder konsumorientierte Dienstleitungen die Überbrückungskredite beantragen. 

Bisher dürfen allerdings nur sehr stark betroffene Branchen wie z.B. der Einzelhandel, Gastronomie oder konsumorientierte Dienstleitungen die Überbrückungskredite beantragen. 

Alle Informationen finden Sie hier.

Brandenburg

In Brandenburg können die Bundesmittel für Solo-Selbstständige und Kleinunternehmer zusammen mit dem eigenene Hilfsprogramm beantragt werden. So muss nur ein Antrag gestellt werden. Den Antrag finden Sie hier.

Bremen

Eine Task-Force kümmert sich bei der Förderbank Bremen und Bremerhaven um die Hilfsmaßnahmen. Betriebe und Selbstständige in Bremen können sich über die Hotline und Servicemail erkundigen:
Hotline zur BAB: Telefon 0421/9600 – 333, 
E-Mail: task-force@bab-bremen.de

Hamburg

Die Stadt Hamburg bietet über die Hamburgische Investitions- und Förderbank (IFB Hamburg) und die Bürgschaftsgemeinschaft Hamburg mehrere Förderinstrumente an. So sollen insbesondere kleine und mittlere Unternehmen bei Investitionen und Liquiditätsengpässen unterstützt werden. 

Unterstützung finden Sie beim IFB Beratungscenter Wirtschaft oder über
Servicemail: foerderlotsen@ifbhh.de
Hotline zum IFB: 040 24846-533

Hessen 

Hessen bietet über die WIBank Förderkredite und Bürgschaften an. Die Förderkredite müssen im Hausbankverfahren beantragt werden. Das bedeutet: Die Bank Ihres Vertrauens stellt für Sie den Antrag bei der WIBank. Hier geht es zu der Übersicht der Förderungsmöglichkeiten

Dieses Schaubild verdeutlicht die unterschiedlichen Fördermöglichkeiten.

Mecklenburg-Vorpommern

Um eine schnelle und unbürokratische Hilfe zu sichern, hat das Wirtschaftsministerium von Mecklenburg-Vorpommern das 100-Millionen-Euro-Hilfspaket gestartet. Die Bearbeitungsdauer fürs Landesbürgschaften sollen dadurch auf 1 bis 2 Wochen gekürzt werden.

Für Freiberufler und Kleinbetriebe gibt es eine Liquiditätshilfe durch rückzahlbare Zuschüsse bis zu 20.000 €. Für die betrieblichen Ausgaben gibt es eine Liquiditätsunterstützung durch Zuschüsse bis 200.000 €. 
Außerdem baut das Digitalisierungsministerium eine Online-Handelsplattform für Einzelhändler und Verbraucherprodukte auf. Die Kreativwirtschaft soll bei dem Aufbau miteinbezogen werden. 

Alles weitere hier.

Niedersachsen

Die NBank bereitet derzeit ein Kredit-Programm für kleine und mittlere Unternehmen vor. Die Kredite sollen direkt durch die NBank vergeben werden, ohne, dass eine Hausbank beteiligt ist. 
Ergänzt wird das Darlehen mit einem Zuschuss des Landes für Kleinstunternehmen mit bis zu 10 Beschäftigten in Höhe von 20.000 €. Der Liquiditätszuschuss kann zum Beispiel verwendet werden um Mietzahlen oder Zinsverpflichtungen zu begleichen.

Beide Förderprogramme können ab Mitte nächster Woche beantragt werden. Was Sie jetzt schon tun können. 

Nordrhein-Westfalen

Der Rettungsschirm für Nordrhein-Westfalen ist geplant, am 19. März gibt es dazu ein Gipfeltreffen. 
Die Bürgschaftsbank Nordrein-Westfalen fasst bis dahin zusammen, was getan werden kann. 

Kleine Unternehmen und ExistenzgründerInnen haben die Möglichkeit, aus dem Mikromezzaninfonds Beteiligungskapital von bis zu 75.000 Euro direkt bei der Kapitalbeteiligungsgesellschaft (KBG) in Neuss zu beantragen.

Freischaffende KünstlerInnen können ab sofort eine Soforthilfe beantragen. Das Formular finden Sie hier. 

Rheinland-Pfalz

Unternehmen die sich Unterstützung sichern wollen richten sich in ersten Linie an ihre Hausbanken. Die bekannten Programmdarlehen decken den unmittelbaren Finanzierungsbedarf von Unternehmen. 

Saarland

Das Saarland hat ein Überlebenspaket für kleine und mittlere Unternehmen gegründet. Unternehmen deren Existenz durch die Coronakrise bedroht ist können zwischen 3.000 € und 10.000 € Soforthilfe beantragen. 

Die Staffelung nach Umsatz im Jahr: 


  • bis 200.000 Euro Umsatz: Soforthilfe von 3.000 Euro 

  • bis 400.000 Euro Umsatz: Soforthilfe von 6.000 Euro 

  • über 400.000 Euro Umsatz: Soforthilfe von 10.000 Euro 


Antragsberechtigt ist, wer zwei der drei nachstehenden Merkmale nicht überschreitet: 

  • 350.000 Euro Bilanzsumme 

  • 700.000 Euro Umsatzerlöse in den 12 Monaten vor 
Abschluss 

  • im Jahresdurchschnitt nicht mehr als zehn sozialversicherungspflichtig Beschäftige hat.

Alle Informationen zur Soforthilfe können Sie hier herunterladen. 

Sachsen

Sachsen hat das Sofortprogramm “Sachsen hilft sofort” für Kleinstunternehmen und Freiberuflerinnen in Leben gerufen.

Antragsberechtigt sind alle Selbständigen und Unternehmen, die ihren Sitz in Sachsen haben und deren Jahresumsatz eine Millionen Euro nicht überschreitet. AntragstellerInnen müssen aufgrund der Auswirkungen der Corona-Krise (z.B. durch Absage von Aufträgen und Veranstaltungen) einen Umsatzrückgang von mindestens 20 Prozent haben bzw. erwarten.

Das Darlehen wird als Projektförderung durch ein zinsloses, am Liquiditätsbedarf (weiterlaufende Betriebsausgaben) für zunächst vier Monate orientiertes Nachrang-Darlehen von mindestens 5.000 Euro und höchstens 50.000 Euro gewährt.

Den Antrag kann ab sofort direkt hier bei der Sächsischen Aufbaubank ausgefüllt werden. Unternehmen können den Antrag direkt stellen, ohne dabei über ihre Hausbank zu gehen.   Dadurch entfällt die umfangreiche Bonitätsprüfung für die Gewährung für Kredite.

Weitere Informationen

Schleswig-Holstein

Die eingerichtete Sofort-Hilfe in Schleswig-Holstein richtet sich insbesondere an kleine und mittelständische Unternehmen. Die Kreditangebote der Förderbanken wurden auf die aktuelle Bedarfslage der Unternehmen ausgerechnet. 

Weitere Informationen.
 

Thüringen

In Thüringen unterstützt die Bürgschaftsbank Thüringen durch angehobene Bürgschaften kleinere und mittlere Unternehmen. Außerdem können Unternehmen und Selbstständige Anträge für Steuererleichterungen stellen. Die Thüringer Steuerverwaltung bietet dafür nun ein Antrags-Formular an

Am 23. März 2020 startete das „Corona-Soforthilfeprogramm” für die Thüringer Wirtschaft. Die Antragsformulare finden Sie auf der zentralen Internetseite des Landes bei der Thüringer Aufbaubank

Wie es funktioniert:

Die Anträge können postalisch oder per E-Mail bei der TAB oder bei einer der sechs Kammern eingereicht werden. Antragsteller wenden sich an die für sie zuständige Kammer. Die Kammern unterstützen die Antragstellung und führen lediglich eine Vorprüfung durch, die das Verfahren beschleunigen soll. 

Wer kann die Soforthilfe beantragen?

Das Soforthilfeprogramm richtet sich an gewerbliche Unternehmen bis zu 50 Beschäftigte einschließlich Einzelunternehmen. Auch die wirtschaftsnahen freien Berufe und die Kreativwirtschaft ist adressiert. Das schließt Soloselbständige bspw. aus technischen, pädagogischen, künstlerischen oder Marketingberufe.

Rechtliche Auswirkungen auf Bauprojekte

Kapellmann Rechtsanwälte hat zusammengefasst, welche rechtlichen Auswirkungen die COVID-19-Epidemie auf Bauprojekte hat. Die Kanzlei fasst unter anderem zusammen, ob der Auftragnehmer für Behinderungen aufgrund von Lieferengpässen haftet, ob Auftraggeber die Bauausführung aufgrund von Liquiditätsengpässen stoppen können oder ob Bauverträge aufgrund der Corona-Epidemie gekündigt werden können. 

Alle Antworten gibt es hier.

Versicherungen

Sie sind selbstständig? Erkundigen Sie sich bei Ihrer Krankenkasse, ob Sie aufgrund von wesentlich geringeren Umsatzprognosen die Beiträge auf den Mindestbeitragssatz herabsetzen können.

PublizistInnen und KünstlerInnen, die in der Künstlersozialkasse versichert sind, können angeben, dass sich ihr Arbeitseinkommen ändert. Das Formular für die Änderungsmitteilung finden Sie hier. Laut Kreatives Sachsen ist es ratsam das geschätzte Jahreseinkommen mit dem jährlichen Mindesteinkommen von 3.9000 € anzugehen. Dies wirkt sich zwar erst im übernächsten Monat aus. Daher ist es umso wichtiger, schnell das Formular abzusenden. Weitere Informationen finden Sie bei der KSK

Alle Hotlines der Bundesländer sind hier zusammengefasst.

Teilen Sie Ihre Erfahrungen: Der Bundesverband deutsche Kreativwirtschaft hat eine Umfrage zu den wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronakrise gestartet.
Bis zum 31.03.2020 können Sie noch mitmachen. 

Folgen Sie außerdem der Stimme der Kultur- und Kreativwirtschaft in Zeiten von Corona: die Kampagne Don’t stop creativity.