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Diese Materialien brauchst Du, wenn du Architektur studierst

Fachliteratur kann jeder. Architekturstudierende fahren so richtig auf, wenn sie die Materialien für ihr Studium besorgen. Vom Cutter-Messer über CAD-Programme bis hin zu Computern – die Liste ist lang. Désirée Balthasar hat die wichtigsten Materialien für das Architekturstudium zusammengetragen.
Veröffentlicht am 09.09.2019

Anett Ring beobachtete während ihres Architekturstudiums, wie die Kosten für Studienmaterial mit der Anzahl der Semester proportional stiegen: „Angefangen hat es mit der ersten Abschlusspräsentation im ersten Semester. Die Kosten für das Modell und die Präsentationspläne waren schon ziemlich hoch“, erinnert sich die Architekturjournalistin und Betreiberin des Blogs www.architektur-studieren.info. „Am teuersten jedoch waren die Materialien und die Druckkosten für die Masterthesis.“ Die Studierendenzeitschrift Unicum schätzt die Ausgaben auf 150 bis 300 Euro pro Semester. 

Für manche viel Geld, doch es lässt sich allerhand einsparen: „Vieles bringt man aus der Schule mit, wie Bleistifte, Lineale und Radierer. Die Hobby-Handwerker haben dazu noch Cutter Messer und Holzleim zuhause“, sagt dazu Ring, die sich auf ihrem Blog ausführlich mit den richtigen Materialien beschäftigt. Man muss also nicht sofort zu Studienbeginn hohe Summen ausgeben. „In den ersten Wochen merkt man schnell, was fehlt. Am Ende des ersten Semesters hat man die wichtigsten Sachen zusammen.“ Außerdem organisieren viele Fachschaften Materialverkäufe oder Studierende schließen sich zusammen, um beim Einkauf am Mengenrabatt zu sparen.

Zeichenmaterial

Zeichnen, radieren, neu ansetzen. Für den kreativen Prozess im Architekturstudium, insbesondere in den ersten Semestern, braucht man Stifte, Skizzenpapier und sonstiges Zubehör. Zeichenbücher gibt es in allen Formen und Farben und auch in der Papierauswahl kann man sich verlieren – nicht zu dick oder dünn, besser strukturiert oder glatt? Die Wahl der Stifte gestaltet sich noch umfangreicher. Bleistifte mit verschiedenen Härtegraden, Skizzenstifte mit unterschiedlichen Strichstärken und Farben, Pigment- und Tuschestifte, Marker, Aquarellstifte, Pastellkreide. Die Aufzählung lässt sich beliebig fortsetzen. Dazu Spitzer, Knetradierer, Radierstifte, Glasradierer, Papierwischer, Zeichenbesen.

Transparent- und Zeichenpapier können Architekturstudierende nicht genug haben. Dazu eine Zeichenplatte mit Lineal und Winkel, die hilft beim geometrischen Konstruieren. Ebenso wie der Dreikant, das Zeichendreieck, Schablonen, Zirkel und Reißschiene, und zu guter Letzt eine Transportrolle und eine große Zeichenmappe, um die fertigen Zeichnungen und Pläne sicher zu transportieren. 

Hard- und Software

Zeichnen und skizzieren per Hand spielt in der Architektur im fortgeschrittenen Studium und auch später im Job eher eine untergeordnete Rolle. Das technische Zeichnen und die Entwürfe finden dann maßgeblich am Computer statt. Hierfür braucht es leistungsstarke Rechner, um die 2D- oder 3D-CAD-Programme (‚computer-aided design’) und die BIM-Software (‚building-information-modeling‘) ruckellos zu bedienen. Die CAD-Programme werden genutzt, um zu planen, konstruieren, zeichnen und Entwürfe zu dokumentieren. BIM-Software verwendet man, um die Planung auszuführen und zu verwalten.  Für CAD- und BIM Software müssen Studierende kein Geld ausgeben, hierfür gibt es meistens kostenlose Lizenzen von den Herstellern.

Anders sieht es bei Rendering- und Bildbearbeitungsprogrammen aus. Durch Render Programme können 3D-Modelle beispielsweise mit Texturen, Reflexionen oder Schatten ergänzt werden und erhalten somit einen gewissen Realitätsgrad. Mit Bildbearbeitungsprogrammen können Fotocollagen am Computer erstellt oder Fotografien nachbearbeitet werden. Manche Anbieter bieten kostenlose Versionen für Studierende an, andere haben lediglich vergünstigte Versionen. 

Der Fachschaftsrat der TU Kaiserslautern empfiehlt, sich nicht direkt zum Studienbeginn einen neuen Rechner zu kaufen, so man einen benötigt. Dort fertigen die Studierenden in den ersten zwei Semestern keine digitalen Arbeiten an. An anderen Hochschulen kann das jedoch anders ein, es lohnt also ein Blick in das Vorlesungsverzeichnis. Die TU Dresden zum Beispiel rät davon ab, Laptops zu nutzen und spricht sich für PCs aus. 

Modellbau

Im Architekturstudium wird Modellbau großgeschrieben. Die Studierenden arbeiten an Entwurfs-Modellen für Präsentationen, Ausstellungen, Abschlussarbeiten oder Wettbewerben. Die gängigsten Materialien sind Holz, Pappe und Styrodurplatten. Die großen Geräte wie elektrische Sägen, 3-D-Drucker, Heiß-Draht-Schneider, Lasercutter stellen die meisten Hochschulen in ihrer Werkstatt bereit. Im Studio sollte man ein gutes Cutter Messer, ein Skalpell, Holzkleber, ein langes Schneidelineal und eine Schneidematte haben.

Unterstützung an den Universitäten

Die Fakultäten der Universitäten verteilen zu Studienbeginn detaillierte Materiallisten. Zahlreiche engagierte Fachschaften stehen den Studierenden vor allem im ersten Semester hilfreich zur Seite. So rät etwa der Fachschaftsrat Architektur der TU Kaiserslautern, zu Studienbeginn keine Materialien zu kaufen. Hier – wie bei vielen anderen Universitäten – besteht eine Kooperation mit einem lokalen Schreibwarengeschäft, das ein Starterpaket anbietet. Andere Fachschaften organisieren Materialverkäufe, mitunter gebrauchten Utensilien, um die Kosten gering zu halten. 

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